Samt für stilvolles Wohnen – Get the Look!

Weich, weicher, Samt: Edel schimmernd und gemütlich zugleich schmücken Accessoires und Möbel aus Samt unser Zuhause. Ganze Sofas werden in den opulenten Trendstoff gehüllt und auch Sessel oder Kissenbezüge machen darin so einiges her.

Lange Zeit gab es genug Schlechtes über Samt zu sagen. Zum Beispiel, dass Samt in den vergangenen Jahren vor allem sein Dasein als plüschiges, mitunter schon abgewetztes Sitzkissen im Kino gefristet hat. Oder als beflockte Lockenwickler, die heute allenfalls noch bei älteren Damen Verwendung finden. In der Mode war Samt lange Zeit etwa so weit vorne wie heutzutage die Schulterpolster. Böse Zungen behaupten sogar, so alt wie Samt einen mache, könne man gar nicht werden. Aber wie wir sehen können hat, Samt seine „altmodische Art“ abschütteln können und geht nun als Blickfang über den roten Teppich beziehungsweise hält Einzug in die Wohnwelt.

2019 ist Samt sogar der Wohntrend schlechthin. Auf den großen Einrichtungsmessen hat sich der Trend langsam aber stetig angekündigt: Immer mehr Designer experimentierten mit dem Trendmaterial, große Hersteller nahmen zunehmend Möbel mit dem weichen Stoff in ihr Sortiment auf. Und heute? Glaubt man den Trendsettern und Designern, darf Samt in keinem modernen Wohnraum mehr fehlen. Zu Hause wollen wir uns wohl fühlen, Geborgenheit und die Besinnung auf uns selbst stehen im Vordergrund. Hierfür kommen samtig-weiche Materialen in kräftigen Farben wie gerufen und sorgen für eine entspannte Atmosphäre. Kombiniert mit modernem Design lässt sich Samt zeitgemäß interpretieren und sorgt für eine sinnliche und spannende Inneneinrichtung.

Samtstoff für zu Hause

Was früher plüschig erschien, wird heute mit reduziertem, gradlinigem Design kombiniert. Zusammen mit modernen Beistelltischen aus Metall und Accessoires aus Messing und weißem Marmor fügt sich Samt hervorragend in eine moderne Einrichtung ein.

Dank Cocooning wieder salonfähig

Spätestens als Modelabels wie Chloé, Saint Laurent und Balmain ihre Models in Samtblazern und Samthosen über die Laufstege schickten und große Designmessen wie Maison & Objet den schweren Stoff ausstellten, war klar: Samt ist zurück. Und wie! Ein entscheidender Grund für das Comeback ist ein Phänomen, das Trendforscher „Cocooning“ nennen: Wir machen es uns wieder mehr zu Hause gemütlich und umgeben uns gern mit kuscheligen Stoffen wie Samt und Strick.

Aber keine Sorge: Plüschig wie früher bei Omi wird es trotzdem nicht. Ein petrolfarbenes Chesterfield-Sofa zum coolen Kupfer-Beistelltisch? Auf jeden Fall! Ein moosgrüner Samt-Sessel im Sixties-Look zu Accessoires aus Messing und weißem Marmor? Verdammt cool! Gerade in dunklen, kräftigen Farben wirkt Samt dabei sehr eindrucksvoll, aber auch zarte Pastell- oder helle Grautöne stehen dem Polsterstoff gut zu Gesicht. Und wer den Trend erst einmal ausprobieren möchte: Kissen aus Samt sind ein guter Anfang und lassen sich dezent einsetzen.

Was ist Samt eigentlich genau?

Samt ist ein weicher Stoff mit langer Geschichte: Bereits im Mittelalter sowie im Osmanischen Reich wurde Samt hergestellt. Damals schmückte er die Möbel und Prunkgewänder der Besserverdienenden. Der Begriff Samt bezieht sich genauer genommen auf eine besondere Webart, da Samtstoff an sich aus jeder Faser gewebt werden kann. Früher bestand Samt vorwiegend aus Seide. Heute wird er oft aus Baumwolle und synthetischen Fasern hergestellt. Samt zu weben ist aufwändig: Zwei Gewebeschichten bilden das Grundgerüst. Dazwischen verwebt man Kettfaden zu Schlaufen. Diese werden am Ende des Prozesses in der Mitte durchtrennt. Dadurch entstehen zwei Samt-Bahnen, die das Gewebe definieren. Allerdings werden als Samt nur Gewebe betitelt, die eine Florhöhe von maximal zwei Millimeter aufweisen. Alles darüber gilt bereits als Velours.

Generell unterscheidet man folgende Samtarten:

• Kettsamt: Auch Rutensamt genannt, entsteht in sogenannter Rutentechnik. Hierfür wird ein zweites Kettfadensystem benötigt. Es ist eine Doppelgewebetechnik, bei der im Prinzip zwei Gewebe gleichzeitig hergestellt werden. Dabei kommt ein weiteres Fadensystem, die Polkette hinzu, aus dem der Flor entsteht. Die Polkette wird an den Schussfäden der Grundgewebe befestigt. Beim Webvorgang wird die Polkette über feine Metallstäbe (Ruten genannt) in Schlingen gelegt, die anschließend aufgeschnitten werden.
 
  • Schuss-Samt: Trägt auch die Handelsbezeichnung Velvet, was ja eigentlich einfach nur die englische Übersetzung von Samt ist. Wie der Kettsamt ist auch der Schuss-Samt ein Websystem ,bei dem der Fadenflor eingearbeitet wird. Beim Schuss-Samt sind die Fäden für den Flor allerdings an den Kettfäden befestigt.
 
  • Der Flocksamt wird auch als unechter Samt bezeichnet, weil hierfür Faserflocken auf einen Untergrund geklebt werden.
 
  • Pannesamt, auch Spiegelsamt genannt, ist eine glänzende Samtart, deren Optik durch Flachbügeln (panieren) entsteht.
 
  • Mit Samtbrokat bezeichnet man eine schwere, feste Webart, bei der ein gemusterter Stoff mit eingewebten Gold- und Silberfäden entsteht.
 
  • Beim Cordsamt bilden nur die Schussfäden den Flor, wodurch die charakteristischen Streifen entstehen.

Eigenschaften und Qualität

Samt ist ein schweres, langlebiges Gewebe mit schönem Glanz. Je nachdem welches Material die Grundlage bildet, verändern sich die Eigenschaften. Seidensamt hat einen weichen Fall und eine schimmernde Oberfläche. Samt aus synthetischen Fasern wie Viskose glänzet schön, ist jedoch leichter und fällt weniger schwer. Samt aus Baumwolle zählt zu den robusteren Samtsorten. Er beinhaltet die weiche Haptik und den schimmernden Glanz, der bevorzugt bei der Produktion von Kleidung, Wohntextilien und Polstermöbeln Verwendung findet.

Haptik

Samt fühlt sich sehr weich und nicht glatt an.

Pflege & Reinigung von Samt

Früher wurde Samt aus Seide gewebt, heute besteht er meist aus Baumwolle oder synthetischer Faser. Dadurch ist die Samtpflege leichter – bei oberflächlichen Verunreinigungen reicht es meist völlig aus, dem Samtbezug mit einem Staubsauger oder einer Polsterdüse in regelmäßigen Abständen zu reinigen. Staub und trockene Unreinheiten können mit einer Kleiderbürste ausgebürstet werden – hier ist jedoch wichtig in Strichrichtung zu bürsten, um Muster im Stoff zu vermeiden. Feuchte Verschmutzungen sollten schnellstmöglich mit einem Tuch und Polstershampoo abgetupft werden.

Kleiner Tipp: Oft lassen sich Flecken ganz leicht mit einem Klebestreifen beheben. Grundsätzlich sollten Samtstoffe mit einem milden Feinwaschmittel per Handwäsche oder professionell in der Reinigung gesäubert werden, denn sie gehören nicht in die Waschmaschine. Zum Trocknen und um Falten zu vermeiden, sollte Samt mit einem Handtuch ausgedrückt und in einem warmen Raum aufgehängt werden. Beim Bügeln unbedingt auf links drehen und auf einen geringen Druck achten.

Haupteigenschaften von Samt

  - Sehr haltbar
  - Robust
  - Schwer

Fazit:

Warum bleibt Samt nicht nur der schönste, sondern auch der gemütlichste Wohntrend des Jahres? Weil der Stoff Glamour pur, Luxus und Eleganz in die Wohnung bringt und gleichzeitig kuschelig weich ist. Mit Samt in Juwelenfarben oder pastelligen Tönen wird ein opulenter Stil geschaffen, der klassisch und modern kombiniert werden kann.

Das war unser Tipp des Tages. Wenn Sie mal einen Tipp verpasst haben, müssen Sie nicht traurig sein. Sie finden diesen dann unter Ratgeber & Trends und können sich dort immer wieder neu inspirieren lassen ...