Urlaubsvorbereitungen für Ihr Zuhause – runterfahren und dichtmachen

Die Zehen im Sand, die Sonne im Gesicht, der Cocktail in der Hand - der Sommerurlaub kann gar nicht schnell genug beginnen. Doch zuvor sollten Hausbesitzer sich darum kümmern, dass ihr Gebäude sicher ist.

Koffer zu, Tür zu und weg? Nein, so mühelos ist die Abreise in den Urlaub meistens nicht. Nicht nur das Packen kostet Zeit, auch die Vorbereitung des Hauses. Denn in zwei, gar drei Wochen Abwesenheit kann einiges passieren - nicht nur der Tod der Zimmerpflanzen. Damit Sie bei der Rückkehr keine bösen Überraschungen erleben, sollten Sie schon vor der Abreise ein paar Dinge beachten.


Einbrecher in der Urlaubszeit fernhalten

Wer Einbrecher abschrecken will, sollte den Eindruck erwecken, dass noch jemand zu Hause ist. Rollläden, Lampen und das Radio lassen sich über eine Zeitschaltuhr regelmäßig an- und ausschalten.
Auch ein übervoller Postkasten weist auf längere Abwesenheit hin und zieht Einbrecher an. Bitten Sie am besten einen Nachbarn oder eine andere Vertrauensperson, den Kasten zu leeren. Alternativ können Sie sich Ihre Briefe bis zu Ihrer Rückkehr kostenpflichtig (ab 9,90 Euro) einlagern lassen. Wenn Sie eine Tageszeitung abonniert haben, können Sie das Abo in der Regel für die Dauer des Urlaubs kostenlos aussetzen oder sich die Zeitung kostenpflichtig an den Urlaubsort nachsenden lassen.

Lebensmittel vor der Reise aufbrauchen oder entsorgen

Doch nicht nur eine aufgebrochene Wohnungstüre kann einem die Rückkehr nach dem Urlaub ganz schön verhageln: Ebenso unschön ist es, wenn aus den Vorratsschränken, den Mülleimern oder dem Kühlschrank üble Gerüche kommen. Denken Sie deshalb vor der Reise daran, alle Mülleimer zu leeren und keine verderblichen Lebensmittel offen herumstehen zu lassen.
Auch im Kühlschrank sollte Ordnung herrschen. Offene Packungen mit Käse oder Wurst entsorgt man am besten oder nimmt sie, wenn möglich, auf die Reise mit und verzehrt sie unterwegs – dasselbe gilt besonders für Obst, Gemüse und Salat. Ansonsten gestalten Sie am Abend vor der Reise ein „Reste-Essen“.

Spülmaschine geöffnet lassen

Die Spülmaschine ist ein feuchter Ort. Daher sollten Sie ihre Tür während einer längeren Abwesenheit wie einem Urlaub einen Spalt weit offenlassen. So kann Restfeuchte entweichen. Andernfalls kann sich Schimmel bilden.

Elektronik vom Netz - Geld und Strom sparen

Wer nicht zu Hause ist, verbraucht keinen Strom? Das stimmt nicht. Viele Geräte laufen weiterhin im Stand-by-Modus, und der kostet. Ein vierköpfiger Haushalt kann über einen zweiwöchigen Urlaub durchschnittlich circa 5,80 Euro sparen, wenn alle Geräte im Stand-by-Modus ganz ausgeschaltet werden, hat das Verbraucherportal Toptarif errechnet. Versteckte Stromfresser sind etwa die Musikanlage, der Radiowecker und der WLAN-Router. Unbenutzte Ladekabel werden am besten aus der Steckdose gezogen.

Bei großen Haushaltsgeräten lohnt sich das Ausschalten sowieso: Wird der Kühlschrank abgetaut, kann das rund 3,30 Euro über zwei Wochen sparen. Der Gefrierschrank schlägt mit rund 2,80 Euro zu Buche. Rund 4 Euro bleiben in der Haushaltskasse, wenn der Boiler im Badezimmer ausgeschaltet wird, etwa 1,40 Euro macht das Gerät in der Küche aus. Laut Toptarif lohnt es sich bereits, ab einer Abwesenheit von drei bis vier Tagen, den Boiler auszuschalten. Dann seien die Kosten für das Erhitzen das Wassers nach dem Urlaub niedriger, als die gewünschte Wassertemperatur die ganze Zeit über zu halten. Das Abschalten der Zirkulationspumpe für Warmwasser spart immerhin gut 1 Euro ein.

Trennt ein durchschnittlicher vierköpfiger Haushalt alle nicht benötigten Geräte von der Stromversorgung, kann er in einem zweiwöchigen Urlaub knapp 89 Kilowattstunden Strom sparen. Bei einem Strompreis von 29 Cent entspricht das einem Einsparpotenzial von knapp 26 Euro. In drei Wochen können bis zu 38 Euro zusammenkommen.

Haustiere in gute Hände geben

Bleibt schließlich noch die Frage, was mit den Bewohnern Ihrer vier Wände geschieht, die nicht mit auf Reise gehen. Sowohl für Blumen und Pflanzen, als auch für etwaige Haustiere muss während Ihrer Abwesenheit gesorgt sein.
Letztere bringen Sie am besten bei einer Bezugsperson unter, die das Tier schon kennt. Gibt es niemanden in Ihrer Umgebung, dem Sie Ihren geliebten Vierbeiner anvertrauen (oder zumuten) wollen, sind Tierpensionen eine gute Alternative. Mit der Aktion "Nimmst du mein Tier, nehm' ich dein Tier" bietet der Deutsche Tierschutzbund außerdem die Möglichkeit, seinen Bello von anderen Tierfreunden betreuen zu lassen und im Gegenzug selbst einen Betreuungsplatz für die Haustiere anderer Reisender zur Verfügung zu stellen.

Wer versorgt die Pflanzen?

Ihre Pflanzen lassen Sie am besten von einer Vertrauensperson versorgen, der Sie vor Abreise einen Zweitschlüssel geben – zum Beispiel einem Nachbarn oder einem Verwandten.
Um bei der Rückkehr keine böse Überraschung zu erleben, sollten Sie den "Pflanzenhüter" möglichst genau anweisen, wie welche Pflanze zu versorgen ist.
Am besten bringen Sie an den Gewächsen selbst kleine Etiketten mit den wichtigsten Pflegehinweisen an. Wenn Sie alle Pflanzen zusammenstellen, gehen Sie sicher, dass kein Exemplar beim Gießen vergessen wird.

Der Tipp mit der Plastikflasche

Füllen Sie die Flasche mit Wasser und stecken diese kopfüber tief in den Blumentopf. Zuvor wird noch der Deckel mit kleinen Löchern versehen. Im Topf entsteht eine Sogwirkung - die Pflanze zieht sich nach Bedarf das Wasser und versorgt sich so selbst. Außerdem werden die Wurzelballen am besten kurz vor der Abreise in Wasser getaucht, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

Heizung richtig einstellen

Vor einer Urlaubsreise im Winter, stellen viele ihre Heizung ab. Das ist jedoch keine gute Idee. Die Heizungsrohre können einfrieren und platzen. Auch die Räume und Wände kühlen bei einer ausgeschalteten Heizung im Winter derart stark aus, dass das Aufheizen lange dauert und viel Energie kostet.
Während Ihrer Abwesenheit im Winter, sollte weiterhin eine Grundtemperatur von 17 Grad gegeben sein. Dies erreichen Sie unter anderem mit programmierbaren Heizungsthermostat. Wenn es wieder wärmer sein soll, lässt sich die Temperatur dann schnell und mit einem relativ geringen Energieaufwand steigern.

Entspannte Reise, entspannte Rückkehr

Wenn Sie alle Vorkehrungen an Haus und Wohnung gewissenhaft getroffen haben, steht einer entspannten Urlaubsreise – und vor allem einer ebenso entspannten Rückkehr – nichts im Wege. Unsere Checkliste zeigt noch einmal alle notwendigen Vorbereitungsmaßnahmen im Überblick.

Checkliste für weniger Sorgen:

1. Fenster und Türen gut verschließen
2. Anwesenheit vortäuschen: Licht und Rollläden per Zeitschaltuhr steuern
3. Volle Briefkästen vermeiden: Post einlagern oder Nachbarn bitten
4. Zeitungs-Abo aussetzen oder Zeitung nachsenden lassen
5. Elektronische Geräte vom Netz nehmen
6. Verderbliche Lebensmittel aufbrauchen, verschenken oder mitnehmen
7. Mülleimer vor der Abreise leeren.
8. Wer gießt die Blumen? Automatische Bewässerung oder Instruktionen für den Nachbarn.
9. Wohin mit dem Haustier? Einreisebestimmungen überprüfen, Tierpension suchen, an Betreuer gewöhnen.
10. Statusmeldungen im Internet vermeiden
11. Zeit nehmen für den letzten Rundgang im Haus vor der Abreise.

Wir wünschen Ihnen einen entspannten Urlaub!